Formen von Diskriminierung am Arbeitsplatz

Nicht nur Rassismus, sondern alle Formen der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit lassen sich auch in Arbeitskontexten wiederfinden. Derzeit spricht man von folgenden Schwerpunktelementen:

 

  • Rassismus
  • Antisemitismus
  • Sexismus
  • Homo- / Transphobie
  • Antiziganismus
  • Abwertung von Obdachlosen
  • Abwertung von Langzeitarbeitslosen
  • Abwertung von Menschen mit Behinderung
  • Etabliertenvorrechte
  • Fremdenfeindlichkeit
  • Islamfeindlichkeit
  • Abwertung von Menschen mit Fluchtbiografie 
  • Antiasiatischer Rassismus (insbesondere seit Corona)
  • Antirussischer Rassismus (Seit dem russischen Angriffskrieg)

 

Darüber hinaus lassen sich auch immer wieder andere Elemente finden, die zu Mobbing, Diskriminierung, Ausgrenzung, etc. gehören. Die Felder, die uns im Beratungsalltag am häufigsten entgegenkommen, haben wir hier mit kleinen Beispielen zusammengetragen:

Rassismus

Sei es im Pausenraum, in WhatsApp-Chats oder direkt während der Arbeit, klassischer Rassismus ist weit verbreitet. Manchmal ist das N-Wort die direkte Bezeichnung und Ansprache für den (PoC) schwarzen Kollegen, andere Male wird von den Schwattköppen oder Ölaugen gesprochen. Was dies immer deutlich aussagt: "Der*die gehört nicht zu uns!" und "Der ist anders". Regelmäßig haben wir Fälle wo People of Colour kündigen und dies offenlegen, da Kolleg*innen und/oder Vorgesetzte dies ignoriert haben und somit mit zur Abwertung beigetragen haben. Wenn das öffentlich wird, ist der Aufschrei oft groß, wobei man eigentlich sagen muss: selbst Schuld, macht euren Job und nehmt die Gesetzeslage ernst, denn dann dürfte Rassismus, o.ä. bei euch nicht vorkommen, bzw. wird dann schnell gehandelt, anstatt ignoriert. 

Sexismus

"Selbst Schuld, wenn du dich so anziehst!" - Diesen Spruch und ähnliche kennen viele Frauen, wenn sie bei der Arbeit sexistische Übergriffe versuchen anzusprechen. Ob Vorgesetzte dies auch gegenüber der Presse so sagen würden, ist in der Regel nicht der Fall. 

Die männlichen Machtstrukturen sind auch heutzutage immer noch enorm und es ist wichtig, dass wir deutlich darauf hinweisen und Sexismus die Stirn bieten. 

Homo- / Transphobie

"Tunte", "Schwuchtel" und Co. sind oft neckisch gemeinte Bezeichnungen untereinander, die zu 99% Abwertend sind. Sexualität wird genutzt, um "oben" und "unten", also Macht und Ohnmacht zu definieren. Personen die sich der LGBTQI* Community zugehörig fühlen, erfahren so, dass sie eben nicht auf selber Ebene stehen und "was anderes" sein sollen.

Antirussischer Rassismus

Der Umgang mit dem russischen Angriffskrieg ist für die allermeisten Menschen nicht leicht. Erst recht nicht für die Russinnen und Russen, die selbst gegen Putin und den Krieg sind. Vermehrt nehmen wir Aggressionen und Feindschaften gegenüber dieser Personengruppe wahr. Sei es als witzig gemeiner Spruch "Na du alter Kriegstreiber", bis hin zu direkter Ausgrenzung, Abwertung und Ablehnung. Dies zeigt erneut, dass die Herkunft eines Menschen nichts über diesen aussagt. Es geht darum wie jede*r einzelne sich Positioniert, wie man fühlt und handelt. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass wir die Team nicht in Spaltungsprozessen zerbrechen lassen, sondern dass wir hochsensibel für Abwertung sind, Räume aufzeigen in denen Emotionen be- und ausgesprochen werden können und eine gemeinsame Haltung gegen den Krieg für alle transparent wird.